Bienen sind wichtig, weil sie beim Sammeln von Nektar und Pollen zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen bestäuben. Dadurch ermöglichen sie die Bildung von Früchten und Samabilen Ernten bei.
Wieso Bienen für Natur und Menschen unverzichtbar sind
Bienen übertragen Pollenkörner zwischen den Blüten einer Pflanzenart. Diese Bestäubung ermöglicht bei vielen Blütenpflanzen die Befruchtung, aus der anschließend Samen und Früchte entstehen. Davon profitieren nicht nur Obstbäume, Beerensträucher, Gemüsearten und landwirtschaftliche Kulturen. Auch zahlreiche Wildpflanzen sind auf tierische Bestäuber angewiesen. Sie bieten wiederum Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsräume für Vögel, Säugetiere und andere Insekten. Bienen stabilisieren deshalb keine einzelne Nahrungskette, sondern ein dichtes Netz ökologischer Beziehungen. Ihre Leistung lässt sich nicht allein an der produzierten Honigmenge messen. Für die Natur ist vor allem entscheidend, wie viele verschiedene Pflanzenarten zuverlässig bestäubt werden. Neben der Honigbiene übernehmen dabei Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen und viele weitere Wildbienenarten wichtige Aufgaben.
Die Bedeutung der Bienen zeigt sich auch in der Landwirtschaft. Kulturen wie Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Raps, Sonnenblumen oder Ackerbohnen profitieren von Insektenbestäubung. Ein ausreichender Besuch durch geeignete Bestäuber kann nicht nur die Menge, sondern bei einigen Früchten auch Form, Größe, Haltbarkeit und Qualität verbessern. Dabei erfüllen verschiedene Bienenarten unterschiedliche Aufgaben. Hummeln fliegen beispielsweise bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, während manche Wildbienen auf bestimmte Blütenformen oder Pflanzenfamilien spezialisiert sind. Honigbienenvölker können dagegen große Flächen und ergiebige Blütenangebote nutzen. Diese Unterschiede machen eine vielfältige Bestäubergemeinschaft widerstandsfähiger als die Abhängigkeit von nur einer Art. Gehen Wildbienen und andere Bestäuber zurück, entstehen daher ökologische und wirtschaftliche Risiken, die sich nicht vollständig durch Imkerei oder technische Bestäubung ausgleichen lassen.
Wesentliche Zusammenhänge rund um die Bedeutung der Bienen
- Bienen ermöglichen bei vielen Pflanzen die geschlechtliche Fortpflanzung und damit die Bildung neuer Generationen.
- Bestäubte Pflanzen liefern Früchte, Samen und Nüsse für Menschen sowie zahlreiche Wildtiere.
- Eine hohe Vielfalt an Bienenarten verbessert die Bestäubung unter unterschiedlichen Wetter- und Standortbedingungen.
- Der Rückgang von Blütenangeboten und Nistplätzen schwächt Bienenpopulationen und ganze Ökosysteme.
Vorteile der Bestäubungsleistung von Bienen

- Sie unterstützt die Bildung von Früchten und Samen.
- Sie verbessert bei vielen Kulturpflanzen Ertrag und Qualität.
- Sie erhält die Vielfalt wild wachsender Blütenpflanzen.
- Sie sichert Nahrungsgrundlagen für zahlreiche Tierarten.
- Sie stärkt die Stabilität und Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen.
Nachteile einer starken Abhängigkeit von wenigen Bestäubern

- Der Ausfall einzelner Arten kann die Bestäubung bestimmter Pflanzen deutlich verschlechtern.
- Einseitige Agrarlandschaften bieten oft nur kurzzeitig ausreichend Nahrung.
- Dicht gehaltene Bestäubervölker können Krankheitserreger verbreiten.
- Zusätzliche Honigbienenvölker ersetzen spezialisierte Wildbienen nicht vollständig.
- Fehlende Nistplätze begrenzen Bestände selbst bei vorhandenem Blütenangebot.
Honigbienen, Wildbienen und andere Bestäuber richtig unterscheiden
Der Begriff Bienensterben wird häufig pauschal verwendet, obwohl Honigbienen und Wildbienen unterschiedlich leben und verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt sind. Honigbienen werden als Nutztiere von Imkereien betreut und bilden große, mehrjährige Völker. Die meisten Wildbienenarten leben dagegen einzeln, produzieren keinen nutzbaren Honigvorrat und benötigen spezielle Nistplätze. Auch andere Insekten tragen Pollen zwischen Blüten. Eine hohe Bestäubungsleistung entsteht deshalb durch das Zusammenspiel vieler Arten und nicht durch eine einzige vermeintliche Universalbiene.

- Honigbiene: Sie lebt in großen, von Imkereien betreuten Völkern und sammelt Honig Vorräte für den Winter.
- Wildbiene: Der Begriff umfasst alle wild lebenden Bienenarten, darunter Mauerbienen, Sandbienen und Hummeln.
- Hummel: Sie gehört biologisch zu den Wildbienen und kann auch bei kühlerem Wetter aktiv sein.
- Wespe: Sie ist mit Bienen verwandt, ernährt ihre Brut jedoch meist nicht ausschließlich mit Pollen und Nektar.
- Schwebfliege: Sie ähnelt äußerlich häufig einer Biene oder Wespe, besitzt aber nur ein Flügelpaar und keinen Stachel.
- Windbestäubung: Pflanzen wie viele Gräser und Getreidearten benötigen keine Bienen, weil der Wind ihre Pollen verteilt.
Wie viele Bienenarten gibt es?

Weltweit sind rund 20.000 Bienenarten bekannt, davon kommen etwa 560 Arten in Deutschland vor. Neben der bekannten Honigbiene zählen auch Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Holzbienen und zahlreiche weitere Gruppen dazu. Viele Arten unterscheiden sich deutlich in Größe, Aussehen, Lebensweise, Nistplatz und bevorzugten Blütenpflanzen. Die folgende Tabelle stellt 15 der bekanntesten Bienenarten vor und zeigt, wie vielfältig diese wichtige Insektengruppe ist.
| Bienenart | Wissenschaftlicher Name | Lebensweise | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Westliche Honigbiene | Apis mellifera | Staatenbildend | Produziert Honig und lebt in großen Völkern. |
| Dunkle Erdhummel | Bombus terrestris | Staatenbildend | Eine der häufigsten Hummelarten in Deutschland. |
| Ackerhummel | Bombus pascuorum | Staatenbildend | Besucht viele verschiedene Blütenpflanzen. |
| Steinhummel | Bombus lapidarius | Staatenbildend | Erkennbar am roten Hinterleibsende. |
| Gartenhummel | Bombus hortorum | Staatenbildend | Besitzt einen besonders langen Rüssel. |
| Rote Mauerbiene | Osmia bicornis | Einzeln lebend | Nistet häufig in Insektenhotels. |
| Gehörnte Mauerbiene | Osmia cornuta | Einzeln lebend | Fliegt bereits im frühen Frühjahr. |
| Blauschwarze Holzbiene | Xylocopa violacea | Einzeln lebend | Eine der größten heimischen Bienenarten. |
| Frühlings-Pelzbiene | Anthophora plumipes | Einzeln lebend | Wirkt durch ihre Behaarung hummelähnlich. |
| Fuchsrote Sandbiene | Andrena fulva | Einzeln lebend | Die Weibchen besitzen eine auffällig rote Behaarung. |
| Graue Sandbiene | Andrena cineraria | Einzeln lebend | Besitzt eine markante schwarz-graue Zeichnung. |
| Efeu-Seidenbiene | Colletes hederae | Einzeln lebend | Fliegt im Spätsommer vor allem an Efeu. |
| Garten-Wollbiene | Anthidium manicatum | Einzeln lebend | Verwendet Pflanzenhaare für den Nestbau. |
| Garten-Blattschneiderbiene | Megachile willughbiella | Einzeln lebend | Schneidet Blattstücke für ihre Brutzellen aus. |
| Gewöhnliche Maskenbiene | Hylaeus communis | Einzeln lebend | Transportiert Pollen im Kropf statt an den Beinen. |
Welche Bienen stechen und welche nicht?
Stechen können nur weibliche Bienen und Wespen, weil sich der Stachel aus einem Organ zur Eiablage entwickelt hat. Honigbienen, Hummeln und viele Wildbienenarten setzen ihn meist nur ein, wenn sie sich, ihr Nest oder ihr Volk bedroht fühlen. Nach einem Bienenstich bleibt der Widerhakenstachel häufig in der menschlichen Haut stecken, wodurch die Honigbiene meist stirbt. Hummeln und viele Wildbienen können mehrfach stechen, verhalten sich jedoch in der Regel friedlich. Ein Wespenstich ist häufiger möglich, weil Wespen ihren glatten Stachel wieder herausziehen und mehrmals zustechen können. Besonders in Nestnähe oder bei hektischen Bewegungen reagieren sie schneller defensiv. Männliche Bienen und Wespen besitzen keinen Stachel und können daher nicht stechen.
FAQ zu Bienen

- Wieso sind Bienen so wichtig für das Ökosystem?
- Sie bestäuben Pflanzen, die Nahrung und Lebensräume für zahlreiche weitere Arten bereitstellen.
- Welche Lebensmittel hängen von Bienen ab?
- Vor allem viele Obst-, Beeren-, Gemüse-, Öl- und Nusskulturen profitieren von ihrer Bestäubung.
- Könnten Menschen ohne Bienen überleben?
- Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und Mais blieben verfügbar, die Ernährung würde jedoch deutlich einseitiger und viele Ökosysteme würden geschwächt.
- Sind Wildbienen wichtiger als Honigbienen?
- Beide sind bedeutend, doch Wildbienen bestäuben manche Pflanzen besonders wirksam oder unter Bedingungen, bei denen Honigbienen weniger aktiv sind.
- Gehören Hummeln zu den Bienen?
- Ja, Hummeln sind sozial lebende Wildbienen.
- Warum produzieren nicht alle Bienen Honig?
- Die meisten Wildbienen leben einzeln und benötigen keinen großen Wintervorrat für ein dauerhaftes Volk.
- Was bedroht Bienen besonders stark?
- Zu den Hauptproblemen gehören Lebensraumverlust, fehlende Blüten, ungeeignete Nistplätze, Pestizide, Krankheiten und klimatische Veränderungen.
- Hilft ein Insektenhotel allen Wildbienen?
- Nein, viele Arten nisten im Boden oder benötigen spezielle Pflanzenstängel, Hohlräume und Baumaterialien.
- Welche Pflanzen sind für Bienen geeignet?
- Besonders wertvoll sind heimische, ungefüllte und über das Jahr verteilt blühende Pflanzenarten.
- Wie lässt sich Bienen im Garten helfen?
- Ein vielfältiges Blütenangebot, offene Bodenstellen, Totholz, seltenes Mähen und der Verzicht auf Pestizide schaffen Nahrung und Nistmöglichkeiten.
Nützliche Quellen
Umweltbundesamt: Bienen
NABU: Warum Insektenbestäubung lebenswichtig ist
Bundesumweltministerium: Warum sind Insekten besonders wichtig?
BUND: Wildbienen: Arten, Schutz und Bedeutung in Deutschland
Deutsche Wildtier Stiftung: Steckbrief Wildbienen
